Tourbericht Trans-Alp 2003
"Martigny - Ventimiglia"

9. Etappe (Montag, den 15.09.2003): Sambuco - Trinita *****

Wieder einmal schaut das Wetter zur Abfahrt gar nicht einladend aus. Es ist kalt, windig und überall nur dunkle Wolken. Gut eingepackt geht es zunächst hinunter bis kurz vor Vinadio. Wer wie wir nicht auf der Hauptstraße fahren will nimmt den Schotterweg rechts vom Fluß. Der lässt sich besonders mit dem Fully ganz gut rollen. Von Vinadio führt wie gewohnt eine kleine und gemütlich ansteigende Passstraße durch das Val. Di. S. Anna hinauf zum Colle. Im oberen Drittel hat man drei Möglichkeiten zum Pass. Die Erste verläuft wie im Mountainbike beschrieben immer geradeaus auf Schotter an der Alm la Margheris vorbei. Die Zweite, wohl Interessanteste ist rechts hoch zum Kloster S. Anna (Übernachtungsmöglichkeit) und von dort der GTA entlang direkt am Kamm zum Übergang. Angesichts der Tatsache, dass es stürmt und wir gerade noch 50 Meter Sicht haben, entscheiden wir uns für die Dauerbremser-Variante - immer schön gemütlich auf der Passstraße bleiben. Auf dem Colle della Lombarda (2351) reißt zwar die Wolkendecke langsam wieder auf, der naß-kalte Wind macht es aber richtig ungemütlich und wir fliegen hinunter nach Isola 2000. Alternativ hatten wir uns die einstige GTA Route direkt vom Pass zum Lacs de Terres Rouges übergelegt, doch soweit man die Strecke vom Pass aus verfolgen konnte, keine ratsame Wahl. Auch haben wir nicht entdecken können, wo diese Variante wieder mit der normalen Strecke zusammengelaufen wäre. Vielleicht probiert es mal jemand mal aus und gibt uns Bescheid. Unten in Isola 200 geht es direkt am Ortsanfang geradeaus Richtung Golfplatz und dann immer geradeaus der Schotterstraße folgend. Sobald man den Bach gequert hat folgt man diesem auf der linken Seite steil den Berg hinauf zum Col Merciere (keine Beschilderung!). Wir haben den Fehler gemacht und sind nach dem überqueren des Baches nicht links abgebogen, sondern dem vermeintlich besseren Weg gefolgt und einen Pass zu weit westlich rausgekommen. Aber umkehren ist nicht drin, also kurz eine kleine Extra-Einlage eingeschoben und es geht über den Tete Merciere(2491) zum Col Merciere(2342). Der Umweg lohnt sich eigentlich. Man muss zwar komplett hinauftragen, dafür hat man oben eine tolle Aussicht und die Abfahrt ist auch nicht zu verachten. Nur heute war es etwas knifflig, da der Trail direkt auf dem Grat verläuft und einen der böige Wind regelmäßig aus der Spur fegt. Endlich wieder auf der angedachten Strecke geht es auch gleich weiter mit der großen Schiebe- und Tragerei. Eine verfallene Steintrasse führt vorbei am Lacs de Terres Rouges hinauf zum Bassa del Druos (2628), unserem Einstieg in die Seealpen. Durch die enge Felsöffnung am Pass ziehen heute die Wolken hoch wie in einem Schornstein und schaffen eine recht bedrohliche Atmosphäre. Auf der anderen Seite geht die verfallene Steinstraße, die die Turiner Fürsten einst für die Jagd bauen ließen, weiter bis zum Laghi di Valscura. Hier gilt wirklich "all you need is speed". Und man muß es schon laufen lassen, um nicht dauernd an den herumliegenden Felsbrocken und klaffenden Löchern hängen zu bleiben. Vom See geht es weiter auf einer alten Militärpiste ins Valle di Valasco. Hier kann man auch noch gut den alten Jagdweg der Fürsten erkenne, die zu steil für das Militär war und parallel zur Militärpiste verläuft. Unten im Tal ist das Vergnügen noch lange nicht vorbei. Vorausgesetzt natürlich, man liebt gröbsten Schotter. War die Militärpiste im unteren Teil schon richtig schnell, geht es nun mit High-Speed und großem Gepolter durch das Tal hinunter bis nach Termi di Valdieri. Mit einem zufriedenen Lächeln geht es im Flug Tal auswärts zum Ponte Rosso. Hier beginnt der 300 Höhenmeter lange finale Anstieg zu unserem Etappenziel, der Posto Tappa Ostello del Parco in Trinita. Auch eine sehr empfehlenswerte Unterkunft.

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