Tourbericht Trans-Alp 2003
"Martigny - Ventimiglia"

3. Etappe (Dienstag, den 09.09.2003): Seez Villards - Bonneval sur Arc ***

Gestern hatte sich das Wetter kontinuierlich gebessert und am Nachmittag saßen wir noch gemütlich vor der Pension in der Sonne. Davon ist heute Morgen nichts mehr zu sehen: Es regnet und zwar ordentlich. Der Bus hoch nach Tigne ist auch schon weg und der nächste fährt erst am Mittag. Bleibt uns nichts anderes übrig als die Regenklamotten an und durch. Die 1000 Hm hoch nach Tigne verlaufen recht angenehm und der Regen hat auch etwas nachgelassen. Leider nur die ersten 700Hm. Kurz vor Tigne fängt es an zu kübeln und jetzt wird es zusätzlich noch unangenehm kalt. Am Lac de Tigne finden wir in einer Kneipe Unterschlupf. Draußen regnet es ohne unterlass und wir beraten Plan B, Col de l’Iseran. Bei diesem Wetter macht es keinen Sinn, durch den Parc National de la Vanoise zu gehen. Eine gute Entscheidung wie sich später rausstellt. Ab 2200 Meter schneit es schon den ganzen Tag und von den Pfaden und Streckenmarkierungen ist nichts mehr zu erkennen. Das hätte eine Orientierung im Park ungeheuer schwierig gemacht. Aber wie kommen wir nach oben auf den Pass? Biken will bei dem Sauwetter keiner und ein Bus fährt nicht hoch oder rüber. Zum Glück erbarmt sich der Wirt und bringt uns für 15,- Euro bis kurz hinter den Pass. Bei der Fahrt im warmen Auto sind wir total happy nicht in dem Schneegestöber hochfahren zu müssen. Oben am Col de Iseran (2764) ist sogar schon die Straße zugeschneit und es geht ein richtiger Schneesturm. Der Wirt fährt uns noch ein paar Kehren hinunter, wo es etwas windgeschützter ist. Ab hier müssen wir den restlichen Pass auf den Bikes runterrollen. Hört sich halb so schlimm an. Doch nach der 30 minütigen Abfahrt stand das Wasser in unseren Schuhen, wir konnten die Finger kaum noch bewegen und unsere Gesichter waren gefriergetrocknet. So schnell es ging flüchteten wir im ersten Ort in eine Garage. Wir wussten nicht, ob wir heulen oder lachen sollten, so haben wir gefroren. Der Tag war eh ruiniert und wir hatten keinen Bock noch weiter runter zu rollen, zumal es weiter schüttete und verdammt kalt war. Zum Glück fanden wir in dem Bonneval sur Arc gleich ein Hotel und konnten endlich aus den nassen Klamotten steigen. Das Hotel war vollgestopft mit Wanderern, die sich sofort auf Markus stürzten, um zu hören woher wir kamen und wie es oben am Pass ausschaut. Anscheinend saßen die Leute wegen des schlechten Wetter schon ein paar Tage im Hotel fest.

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