Tourbericht Trans-Alp 2003
"Martigny - Ventimiglia"

1. Etappe (Sonntag, den 07.09.2003): Martigny - Courmayeur *****

Plangemäß um 7 Uhr morgens treffen wir mit dem Auto in Martigny unserem Ausgangspunkt ein. Was es gebraucht hat, um das zu schaffen, wollen wir nicht näher erläutern. Wir sind nur schon fix und fertig bevor es überhaupt losgeht. Trotzdem herrscht eine gute Stimmung und gespannte Vorfreude auf das, was uns die nächsten Tage erwarten wird. Von Martigny aus folgen wir der Hauptstraße bis nach Les Valettes, von wo eine kleine Teerstraße in angenehmer Steigung hoch zum Lac de Champex führt. Da wir heute noch einiges vorhaben, geht es auch gleich hinunter nach Som la Proz, wo der lange Anstieg zum Grand Col Ferret auf uns wartet. Bis nach kurz hinter La Fouly ist der Anstieg durch das Val Ferret sehr gut zu fahren. Nur der starke Gegenwind und der fehlende Schlaf machen uns sehr zu schaffen. Dazu kommt, dass sich das Wetter zunehmend verschlechtert und uns zur Eile mahnt. Wie wir später von einer anderen Gruppe erfahren, sind diese am selben Tag nicht mehr trocken über den Col gekommen. Von La Fouly hinauf zur Alm La Peule führt ein zu Beginn recht steiler, aber fahrbarer Schotterweg. Hier beginnt der Pfad hinauf zum Pass. Der Trail ist in gutem Zustand und im oberen Abschnitt großteils fahrbar. Mit zunehmender Höhe wird es immer kälter und oben am Col Ferret (2537) ist es dann auch unangenehm kühl und windig. Rasch werden die obligatorischen Bilder geschossen und im Sinkflug geht es gen Tal. Die Abfahrt ist zwar mit einem Höhenunterschied von 500 Meter eine der kürzeren auf dieser Transalp, doch nicht minder spaßig. Der lehmige Boden ist enorm griffig und verleitet zu viel Speed und riskanten Manövern. Nur die frisch eingezogenen Steinplatten zur Wegbefestigung stören etwas den Flow, sind aber bei weitem nicht so schlimm wie die am Eisjoch. Flott erreichen wir das Rifugio Elena mit einem fetten Grinsen, das sich jeden Tag aufs neue einstellen sollte. Von hier geht es auf Schotter hinunter nach Arnuva, von wo uns eine kleine Teerstraße nach Courmayeur bringt. In Courmayeur ist um diese Jahreszeit nicht mehr viel los und so finden wir relativ schnell eine Übernachtung. Angenehm überrascht sind wir von der Mentalität der Leute in der Region. Die ersten zwei Tage folgten wir dem TMB, einem stark frequentierten Wanderweg um das Mont Blanc Massiv. Die Leute auf den Trails begegneten uns mit Begeisterung und hatten großes Interesse an unserer Aktion. Sie betrachteten uns nicht als Störenfriede, sondern als gleichwertige Bergsportler, deren Leistung entsprechend gewürdigt wurde. Da könnten sich die Spaziergänger in Deutschland mal ein Beispiel nehmen.

>>> zur nächsten Etappe

<<< zurück zur Übersicht