Tourbericht Trans-Alp 2002
"Oberstdorf - Comer See - Bellinzona"

5. Etappe: Mals - Arnoga

Heute steht der lange Aufstieg zum Passo Umbrail und weiter zum Passo Forcola auf dem Programm. Angesichts des bei Dirk noch bestehenden und bei mir wieder aufgeflammten Magenproblems und dem damit einhergehenden Wasserverlust eine echte Herausforderung. Doch zuerst geht es gemütlich nach St. Maria, wo die Passstraße hoch zum Passo Umbrail beginnt. Der Anstieg zieht sich ewig und am Ende wird auch noch das Wasser knapp. Gab es sonst überall Quellen zum Auffüllen, so sitzen wir hier bald auf dem Trockenen. Umso erleichterter sind wir, als wir die kleine Kneipe auf der Passhöhe erreichen. Weiter geht es nun auf einem bis auf den Anfang und das Ende gut fahrbaren Trail zum Passo Forcola. Oben an den Überresten der Schießscharten und des Lazaretts werden wir von der Geschichte eingeholt, deren Grausamkeit hier deutlich zum Ausdruck kommt. Gleichwohl genießen wir die Aussicht auf die Gletscher des Ortler-Massivs und sind stolz den Anstieg bewältigt zu haben. Ganz geschafft haben wir es für heute aber noch nicht, nach einer kurzen Abfahrt gilt es noch mal 150 hm auf losem Untergrund zu bewältigen. Nun beginnt ein fantastischer Downhill auf einer alten Militärstraße, die sich in dutzenden von Kehren langsam nach unten schlängelt. Hier kann man es richtig krachen lassen und die kleinen Positionskämpfe bleiben auch nicht aus. Das letzte Stück der Piste ist jedoch so stark zerfallen, dass wir es angesichts der latenten Absturzgefahr vorziehen, teilweise zu schieben. Unten am Lago di Fraele angekommen gilt es noch einen Platten zu flicken, bevor wir auf höhengleicher Piste bis nach Arnoga rollen. In der Zwischenzeit sind ein paar bedrohliche Wolken aufgezogen und es fängt leicht an zu regen. In der Not nehmen wir das nächste Hotel, was sich am Ende als gute Entscheidung erweist, zumal wir echt günstig wegkommen.

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