Tourbericht Trans-Alp 2002
"Oberstdorf - Comer See - Bellinzona"

2. Etappe: Lech - Galtür

Die zweite Etappe hat es richtig in sich, gleich drei Anstiege gilt es zu bewältigen. Der Erste ist aber noch recht moderat und führt uns zur Freiburger Hütte. Hier wird nicht lange verweilt, sondern wir machen uns gleich auf die Abfahrt. Der Downhill ist im oberen Teil stückweise recht tricky, wird aber zunehmend zum echten Genußtrail. Unten in Dalaas werden nur kurz die Wasserflaschen aufgefüllt und schon befinden wir uns am Anstieg zum Kristbergsattel. Der zweite Anstieg kostet schon deutlich mehr Körner. Anfänglich auf steiler Teerstraße zieht er sich bald durch dichten Forst. Eine tolle Aussicht gibt es hier leider nicht und so sucht jeder seinen eigenen Rhythmus im Kampf gegen die Monotonie. Oben angekommen geht es erst flach und bald mit Volldampf in Richtung Silbertal und zur wohlverdienten Jause. Bei immer dunkleren Wolken mit leichtem Niesel beginnen wir unseren letzten Anstieg zur Heilbronner Hütte. Der zu Beginn recht steile Anstieg wird bald flacher und windet sich gemütlich in die Höhe bis er an einem Almgelände jäh endet. Ab jetzt darf geflucht werden. Fast eine Stunde muss das Fahrrad über das Winterjöchl gezerrt und getragen werden. Der Untergrund ist total aufgeweicht und verblockt, so dass wir nur in der Gegend rumrutschen und stolpern. So mancher hat vor Frust dabei den herrlichen Alpsee, in dem sich die Verwallgruppe spiegelt, übersehen. Nach dieser Tortur kommt ein kurzes Schotterstück, welches jedoch bald wieder endet und wir wuchten die Fahrräder für eine weitere dreiviertel Stunde den Berg hinauf bis zur Heilbronner Hütte. Das war eindeutig zu viel tragen und schieben für einen Tag, nie wieder. Doch jetzt geht es, abgesehen von einem Gegenanstieg, schnell auf Schotter und Teer hinunter nach Galtür, wo wir nach einem deftigen Schlußspurt auch schnell eine Ruhestätte für unsere geschundenen Glieder finden.

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